Grußworte

Herr Herbert Kirsch, Erster Bürgermeister der Marktgemeinde Dießen:

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitarbeiter der Dießener Tafel,

Kirschdie Dießener Tafel ist seit ihrer Eröffnung am 29. November 2006 zu einer festen Einrichtung in unserem Ort geworden. Die Idee, die hinter dieser sozialen Einrichtung steht, hat sich nicht nur in Dießen bewährt. Viele Tafeln sind entstanden und sind ein Zeichen von echter Solidarität und gelebtem Bürgersinn geworden. Und sie sind auch ein besonderes Zeichen für die vielfach zitierte Wegwerfgesellschaft. Nicht wenige Mitbürger müssen sich keine Gedanken über eine gesicherte Versorgung mit dem Notwendigsten machen und verhalten sich auch dementsprechend. Dieser Wohlstandserscheinung wirken die Tafeln entgegen.

Eine stetig steigende Nachfrage zeigt uns allen, wie wichtig die Tafeln geworden sind. Schließlich geht bei den Tafeln nicht nur um eine Weitergabe von Gütern des täglichen Bedarfs, sondern sie sind auch zu einem Anlaufpunkt für allgemeine soziale Anliegen geworden und sie stellen ein besonderes Netzwerk gegenseitiger Hilfeleistung und Unterstützung dar.

Ich danke Frau Sämmer und allen ehrenamtlichen Helfern, die seit der Eröffnung mit Unterstützung der Einzelhandelsgeschäfte und Großmärkte in die Lage versetzt wurden, Lebensmittel und andere bedarfsnotwendige Gegenstände an die berechtigten Empfänger weiterzugeben. In meinen Dank beziehe ich auch die AWO Dießen mit ein, die von Anfang an die notwendigen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat. Und mit meinem Dank verbinde ich den Wunsch nach einem Fortbestand der Tafel, nach Kontinuität in den Reihen der vielen Helfer, nach einem weiterhin unfallfreien Verlauf der ehrenamtlichen Arbeit, nach Zufriedenheit bei den Nutzern der Tafel und schließlich habe ich auch den vermessenen Wunsch, dass unsere Gesellschaft eine Entwicklung nimmt, die eines fernen Tages den Betrieb einer Tafel entbehrlich macht.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Herbert Kirsch
Erster Bürgermeister


Herr Josef Kirchensteiner, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Dießen am Ammersee

KirchensteinerSeit Januar 2016 befindet sich die Dießener Tafel im „Traidtcasten“, in den Räumen der katholischen Pfarrgemeinde „Mariä Himmelfahrt“. Ich freue mich sehr, dass die Tafel bei der Kirche eine neue Heimat gefunden hat. Einerseits ist die Diakonie, die gelebte Nächstenliebe immer schon ein Grundpfeiler des christlichen Glaubens. Im Dienst am Mitmenschen erhält die christliche Verkündigung ihre Glaubwürdigkeit.

Andrerseits finde ich es großartig, dass wir gerade in den Räumen über St. Stephan einen lokalen historischen Bezug gelebter Nächstenliebe herstellen können: Wie Sie vielleicht wissen, wird die Selige Mechtildis hier in Dießen seit vielen Jahrhunderten wegen ihrer Frömmigkeit und Mildtätigkeit gegenüber der bedürftigen Bevölkerung als „Brotmutter vom Ammersee“ verehrt. Sie war Schülerin und Vorsteherin des Klosters St. Stephan und starb im Jahre 1160 in diesem Kloster, unweit des Marienmünsters. Es ist für mich eine glückliche Fügung, dass nun über der gleichnamigen Kirche St. Stephan, die bewusst dieses Patronat in Erinnerung an die sel. Mechthildis erhalten hat, jeden Mittwochnachmittag die Ausgabe der Lebensmittel an bedürftige Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Dießen und Umgebung erfolgt.

Ich danke dabei besonders allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Dießener Tafel für ihr großes Engagement zum Wohle unserer Mitbürger mit „kleinerem Geldbeutel“. Sie halten auf diese Weise auch das Vermächtnis unserer „Brotmutter vom Ammersee“ in Ehren.

Ein herzliches Vergelt`s Gott dafür!

Josef Kirchensteiner
Pfarrer